Udo Linder Webmaster mail

aktualisiert 07.09.2007

Es war Montag und ich hatte einen freien Tag. Wie schön dachte ich und überlegte schon, ob ich den Rasen mähe oder den Wagen waschen soll. Doch dann entschied ich mich, den Morgen am Weiher zu verbringen. Schnell machte ich mich auf, holte die Ruten aus der Garage und montierte Rolle und Haken, stibitzte ein Baguette aus dem Brotkorb und fuhr los.

Eine Weihe begrüßte mich bei der Ankunft, die still hoch oben ihre Kreise zog. Ich bezog eine unserer Bänke und freute mich an diesem sonnigen Plätzchen. Nur das Zwitschern der Vögel drang an mein Ohr. Ohne Eile schaute ich auf das Wasser und suchte nach den ersten Anzeichen von Fischen. Eine wunderschöne Rotfeder tummelte sich am Ufer und suchte nach aufsteigenden Mückenlarven. Schnell klickte mein Auslöser und ich sah ihr eine Weile zu.

Langsam gründelnd, zog er im flachen Wasser vor meinen Füßen und beäugte die Brotflocken, ganz so, als würden sie ihn gar nicht interessieren. Diese Karpfen sind doch vorsichtige Gesellen. So ließ ich die Angel erst noch stehen und wollte erst einmal sehen, ob er sich einer dieser Brotflocken bemächtigen würde. Natürlich war seine Neugier und Appetit mächtiger. Ich bewegte mich nicht. Nur das Klicken des Auslösers ließ ihn kurz innehalten.

Na bitte, dachte ich und lehnte mich zurück. Es ist erstaunlich, wie viel Leben man entdeckt, wenn man einfach nur dasitzt und die Umgebung beobachtet. Während ich in Gedanken unterwegs war, brachte mich ein Schwall im Wasser wieder zurück...na wenn das mal kein Karpfen war. Ich zerpflückte eine Brotscheibe und schnipste sie vorsichtig vor mir ins Wasser. Etwa 10 Minuten vergingen und ich bekam Besuch.

Angezogen von dem geschäftigen Treiben erkannte ich noch einige andere dunkle Schatte im Wasser. Ahh... die Verwandschaft hat Wind bekommen. Ich machte meine Angel fertig und servierte den Happen nur an der Hauptschnur bestückt mit sanftem Schwung auf dem Wasser. Mein dicker Freund hatte den ersten Leckerbissen bereits fachgerecht entsorgt und kreiste nun am Ufer. Doch während ich diesen Kameraden beobachtete, ob er nun doch einmal zu meiner Brotkrume ziehen würde, erschien plötzlich ohne Ankündigung ein dunkler Schatten unter meinem Köder. Das gelbliche Maul öffnete sich und schmatzend verschwand er in der Tiefe. Meine Schnur lief und ich beeilte mich die Angel aufzunehmen. Tief verbeugte sich meine Rute und singend ratschte die Schnur von der Rolle. Das war offensichtlich einer der größeren Gesellen, die aus dem Versteck gekommen waren. Es dauerte bald 20 Minuten bis ich ihn vorsichtig landen konnte.

Tipps und Tricks

Ruhe am Wasser ist die halbe Miete ! Fische reagieren empfindlich auf Schritte am Ufer. Auch wenn das Angelfieber groß ist, langsam und leise ist Pflicht.

Zum Angelgerät gilt immer der Grundstz: so fein wie möglich und nur so stark wie nötig. Das bedeutet, hier im Weiher gibt es kaum Hindernisse im Wasser an denen man einen Fisch verlieren könnte. Deshalb ist ein feines Gerät von Vorteil. Je feiner die Schnur, um so weiter kann man werfen und das ohne großen Aufwand.

Ich benutze eine 22er Monofile mit 10er Ösenhaken an der Hauptschnur, kein Blei, kein Wirbel und keine Wasserkugel...simpel und einfach.

Ist der Fisch gehakt, sanft drillen. Es hat keine Eile. 15 Minuten kann es schon mal dauern. Zum Landen entweder einen Kescher benutzen, der vorher schon gewässert wurde. Das ist schonender für den Fisch. Soll der Fang zurückgesetzt werden, kann man ihn auch im Wasser belassen und den Haken vorsichtig lösen.

Hakenlöser immer griffbereit...klar doch!

Starke Fische erst ausdrillen, sonst wird das Landen zum Kampf und man wird pudelnass. Der Richtige Zeitpunkt kommt, wenn der Fisch zur Seite geneigt schwimmt...es heißt: er zeigt weis.

Viel Spass am Weiher

Udo